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Süßkramdealer in Berlin: Slow-Food für Genießer

Bei der Publikation ihres Buches Pariser Chic gestand das Model Inès de la Fressange ihre Vorliebe für amerikanische Schokoriegel, die in Frankreich nur schwer aufzutreiben sind. Sie kenne aber “einen Dealer”, erklärte sie. Berliner Schokoholics mit ähnlich extravaganten Bedürfnissen haben Glück, denn ihr “Süßkramdealer” im beschaulichen Ortsteil Friedenau führt etliche Schokoladensorten, die in keinem anderen Laden in Deutschland erhältlich sind.

Klasse statt Masse

Erlesene Schokoladensorten machen einen Besuch beim Süßkramdealer zu einer echten Willensprobe.

Das Sortiment aus edlen Schokoladen, Pralinen und anderen Feinkostartikeln wurde von dem Ladeninhaber Martin Hesse liebevoll ausgewählt: “Wir haben eindeutig die tiefste Schokoladenauswahl in Deutschland, aber damit sind wir noch nicht zufrieden. Wir suchen immer nach neuen Produkten und präsentieren jedes Jahr einige neue Schokoladensorten.”

Die Manufakturen vieler Schokoladenhersteller hat er persönlich besichtigt, weil er mit eigenen Augen sehen möchte, wie die Produkte entstehen. Inzwischen beliefern etwa 150 Schokoladenmanufakturen den Süßkramdealer, darunter etablierte Marken wie Caffarel, Dolfin, Majani und Venchi, aber auch regionale Hersteller und Neuentdeckungen wie Emil Gustavs aus Riga. Allerdings führt der Laden von keiner Marke die gesamte Produktlinie, sondern nur einzelne Produkte, die Martin Hesse persönlich für gut befunden hat. Die meisten Schokoladen sind aus Bio-Zutaten hergestellt und tragen das Fair-Trade-Siegel.

Sobald eine Schokolade in Kaufhäusern oder Biosupermärkten verkauft wird, nimmt Martin Hesse sie aus dem Sortiment seines Ladens. Sein Lieblingsprodukt, das Mozart Polsterl aus dem Hause Niemetz, ist weltweit nur beim Süßkramdealer in Berlin und in den Niemetz-Kaffeehäusern in Linz und Salzburg erhältlich. Ihm ist es wichtig, Slow-Food zu verkaufen und keine Massenware: “Die Produkte, die ich habe, soll und kann man nicht in Massen essen. Es reicht, ein halbes Stück Schokolade in den Mund zu nehmen und man hat dann ein größeres Glücksgefühl als wenn man eine ganze Tafel Supermarktschokolade isst.”

Scholadenfans kommen von weit her

Der Süßkramdealer ist mittlerweile ein echter Concept-Store, in dem man mehr entdecken kann als exotische Schokoladensorten.

Durch sein exklusives Angebot hat der Süßkramdealer inzwischen eine große Fangemeide aufgebaut. Oft kommen Besucher von weit her in den Laden gepilgert und obwohl es keinen offiziellen Online-Shop gibt, erreichen Martin Hesse oft Anrufe oder E-Mails, zum Teil sogar aus der Schweiz und aus den USA, durch die Süßwarenspezialitäten nachbestellt werden.

“Ich habe neben den Süßwaren auch Accessoires, Porzellan, Kochbücher, Backbücher, Papeterie – alles, was zum Wohnen gehört. Das ist Teil der Concept-Store-Idee: So kann man sich beim Kaffee trinken zu weiteren Einkäufen inspirieren lassen.” Der Süßkramdealer bietet auch einen Rundum-Service für Geschenke an, der vor allem für Firmenkunden konzipiert ist, die Kunden und Geschäftspartner mit den hübsch verpackten Geschenken der Berliner Chocolaterie überraschen möchten.

Als Martin Hesse 2005 die Räume in der Varziner Straße 4 übernahm, wollte er zunächst einen Coffee Shop eröffnen. Die Geschichte des Ladenlokals geht auf das Jahr 1906 zurück, als die Tabakwarenfabrik Loeser & Wolff in dem Gebäude einen Zigarrenladen einrichtete. Da rund hundert Jahre später immer noch die Original-Ladenausstattung im Gründerzeitstil erhalten war, beschloss Martin Hesse, seine Leidenschaft für Süßwaren zum Beruf zu machen und in den prachtvollen Holzregalen eine Auswahl feiner Schokoladen anzubieten. Das kleine Café mit dem großen Schokoladenangebot wurde zunächst zum Kieztreffpunkt. Da die Erreichbarkeit des Süßkramdealers, direkt gegenüber vom U- und S-Bahnhof Bundesplatz, sehr günstig ist, fanden immer mehr Gourmets und Genießer ihren Weg nach Friedenau – und schließlich stießen auch viele Berlin-Touristen auf den einstigen Geheimtipp.

Der immer größer werdende Kundenstamm machte schließlich eine Geschäftserweiterung nötig. 2011 richtete Martin Hesse nebenan ein helles, modern möbliertes Café ein, das in einem interessanten Kontrast steht zu der Chocolaterie mit den Eichen- und Mahagonimöbeln des ehemaligen Zigarrenladens. Als ironische Anspielung auf die frühere Nutzung des Etablissements verkauft der Süßkramdealer auch Zigarren aus dem Hause Venchi – aus feinstem Nougat!

Süßkramdealer
Varziner Straße 4
12159 Berlin

www.suesskramdealer.de

02/08/2013 / Vera Hohleiter

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