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La Cigale: French Connection in Köln

La Cigale – die Zikade –, so heißt das gemütliche kleine französische Bistro, das Nadia Halladj seit ziemlich genau zwei Jahren auf der Venloer Straße, der Lebensader des Kölner Stadtteils Ehrenfeld, betreibt. Als ich an diesem warmen Samstagnachmittag vorbeischaue, sind draußen bereits alle Plätze belegt. Menschen aller Altersgruppen sitzen vor dem Lokal und genießen zu ihrem Kaffee die ersten wirklichen Sonnenstrahlen nach zwei Wochen Regenwetter.

“Die Chemie muss stimmen!”

Nadia, die heute allein den Laden schmeißt, schwirrt zwischen den Gästen umher und nimmt sich für die meisten ein paar Minuten Zeit für ein kleines Gespräch, man tauscht sich aus über Käse und Wein und allerlei andere Dinge. “Ich habe es nicht eilig”, sagt Nadia und lächelt. Ihre offene, herzliche und sehr direkte Art ist erfrischend anders. “All das hier”, sagt sie und deutet auf das Cigale, “bin ich!” Und bei ihr weiß man sofort, dass das stimmt, dass es nicht bloß ein Spruch ist. La Cigale ist bereits ihr vierter Laden, die eigenwillige Einrichtung ist originell, gemütlich, einladend. Ein großer Teil des Publikums sind Stammgäste.

“Der Käse muss zur Person passen.” Bei Nadia wird man beraten.

“Wenn jemand hereinkommt sehe ich schnell, ob er hierher passt oder nicht”, kommentiert Nadia. Die Chemie muss stimmen. Ein Geschäft wie ihres, das ausgewählte Käsesorten, Oliven- und Walnussöle und Weine anbietet, zieht rasch auch ein gewisses Klientel an, das bloß seinen Neureichtum raushängen lassen will. Leute, die teuren Wein kaufen weil er teuer ist, nicht weil sie sich mit Wein auskennen. Wenn die Chemie so gar nicht stimmt, kann es durchaus passieren, dass Nadia mal jemanden vor die Tür setzt. Und gerade das macht sie noch sympathischer.

Ein Paar kommt herein, sucht etwas Besonderes, Käse als Geburtstagsgeschenk für einen Koch. Nadia berät sie zielsicher. “Wein oder Käse muss zu der jeweiligen Person passen, das ist wichtig, man kann den Leuten nicht einfach irgendwas verkaufen.” Alles, was sie anbietet, erzählt sie, sind Lebensmittel, von denen sie persönlich überzeugt ist, anders ginge das gar nicht. “Das ist ein Reifeprozess, wie bei gutem Käse.” Es gibt Senf, Terrinen, Kräuter der Provence, Konfitüren und Schokolade, Gebäck, Honig. Auf der Tageskarte stehen selbstgemachte Quiche und Salate. Auch La Cigale selbst sei ein Prozess, etwas, das sich immer weiter entwickelt, nichts hier ist statisch.

Feinkost mit Musik

Im Hintergrund läuft französische Musik, Nadia stellt sie lauter, ihr Lächeln wird größer. “Ist das nicht wunderbar? Ich höre Musik, das ist meine Arbeit.” Wie lange sie geöffnet hat, frage ich. “Normalerweise bis achtzehn Uhr, heute vielleicht eine Stunde länger, mal sehen, wie ich gerade Lust habe, wie viele Gäste gerade da sind, wie die Atmosphäre ist.” Gelegentlich ist sogar noch weitaus länger geöffnet – dann nämlich, wenn es abends Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung gibt, die auf der anderen Straßenseite liegt, Abende mit Literatur und Musik.

Die lockere französische Atmosphäre in einem von Kölns lockersten Stadtvierteln bietet allen Gästen, die offen für Neues sind, einen ganz besonderen Charme, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

La Cigale
Venloer Straße 252
50823 Köln 

05/08/2013 / Gerrit Wustmann

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