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Apadana: Persische Küche in Köln

Wohin gehen wir heute Abend zum Essen? Spätestens am Wochenende stellt sich diese Frage, und in einer Stadt wie Köln mit fast einer Million Einwohnern ist das gastronomische Angebot entsprechend riesig. Dass ich persönlich die persische Küche bevorzuge engt die Auswahl allerdings ein, obwohl es auch an persischen Restaurants in der Domstadt keinen Mangel gibt, und die meisten einen Besuch lohnen. Mein Highlight ist und bleibt aber das Apadana im Mauritiussteinweg, nahe Neumarkt, das mir vor einigen Jahren von Freunden aus Iran empfohlen wurde.

Persepolis in Köln

Apadana, das ist eine riesige Säulenhalle im antiken Persepolis, in der Achämenidenkönig Darius I. seine Gäste empfing, gebaut um 520 v. Chr. Die Ruinen kann man bis heute besuchen. Das gleichnamige Restaurant erinnert mit seinem Wandschmuck, der an historische Steinhauerkunst angelehnt ist, an Persepolis, die Stadt der Perser. Durch die dunklen Wände und das gedimmte Licht kommt im weitläufigen Restaurantsaal auf Anhieb eine gemütliche, einladende Stimmung auf, während der weiter oben gelegene Eingangsbereich mit orientalischen Sitzkissen und steinernen Säulen geschmückt ist. Begrüßt wird man vom Inhaber Machallah Owzar persönlich, der seine Gäste stets mit einem herzlichem Lächeln zu ihren Tischen geleitet.

So sieht ein Hochzeitstisch im Apadana aus.

Bereits von den Siebzigern bis in die frühen Neunziger hinein, damals noch als Student, führte Owzar den Club Caspian (in Anspielung auf das Kaspische Meer im Norden Irans) und eröffnete 1997 schließlich das Apadana, das er “Erlebnis-Restaurant” nennt. So gibt es nicht nur alljährlich zum Frühlingsanfang die Feierlichkeiten zum iranischen Neujahr, dem Nowruz-Fest, sondern auch regelmäßig Konzerte auf der kleinen Bühne oder Bauchtanz-Events zu klassischer bis Popmusik aus dem persischen Raum. Die Stimmung ist ansteckend, so dass aus dem Abendessen gerne auch mal ein ausgedehnter Aufenthalt mit Tanz wird.

Kulinarische Entdeckungsreise

Kulinarisch lässt die Küche des Apadana kaum Wünsche offen, wer persisches Essen mag, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Und auch all jenen, die es noch nicht kennen, steht eine kulinarische Entdeckungsreise bevor. Viele persische Gerichte werden mit dampfendem Safran-Reis gereicht, dazu gekochtes Huhn oder Lamm vom Grill und frisches Gemüse. Tschelo Kabab beispielsweise sind gegrillte Lammspieße mit Basmatireis und gegrillter Tomate in unterschiedlichen Variationen, alternativ auch als Spieß aus Hähnchenfleisch und Lammkeule; auch Choresh kommt mit Reis. Eingelegte schwarze Oliven mit zerstoßenen Walnüssen sind eine beliebte Beilage, die nahezu jedes Gericht optimal abrunden. Wer sich unsicher ist, der kann eine gemischte Vorspeisenplatte bestellen – einige ihrer Bestandteile lassen sich später auch als Hauptgericht genießen, wie etwa Ghormesabzi (zu Deutsch: Grüner Eintopf), ein typisch iranisches Gericht aus Kräutern, roten Bohnen und Fleisch, dazu Reis.

Ganz in der Tradition der klassischen persischen Dichter Chayyam und Hafiz steht eine Reihe ausgewählter Weine bereit, auch das Cocktailangebot kann sich sehen lassen. Besonders beeindruckend finde ich immer wieder die Vielfalt des Publikums: Von der Familie mit Kindern über junge und ältere Paare bis hin zu Geschäftsessen und Freundeskreisen in ausgelassener Stimmung ist alles vertreten. In diesem Sinne: Guten Appetit! Oder: Nushe jan, wie es auf Persisch heißt.

Restaurant APADANA
Mauritiussteinweg 53
50676 Köln

www.apadana.de

27/03/2013 / Gerrit Wustmann

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Kate Bock

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