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Fit im Job: Smalltalk für Anfänger

Eine junge Frau steht alleine auf einer Messe. Eine Kollegin hat sie eingeladen, die ist nicht zu sehen. Sie kennt hier niemanden, hat sie den neuen Job erst ein paar Wochen. Warum spricht sie niemand an? Andere Besucher stehen auch alleine ohne Gesprächspartner im Raum. Sie sind in der gleichen Situation und sprechen niemanden an. Schade, denn Smalltalk hilft Kontakte zu knüpfen.

„Passiv sein bringt nichts ein“ sagt Robert Spengler. Er ist Management-Trainer für Kommunikation und sagt:  „Natürlich ist Smalltalk nicht ausschlaggebend für die Karriere, kann aber ein Türöffner sein. Andere ansprechen ist der erste Schritt“. In seinem Buch „Menschengewinner“ gibt er Tipps für Smalltalk-Vermeider.

Etwa 50 Prozent der Menschen vermeidet Smalltalk. Das scheinbar hohle Gespräch fällt ihnen schwer, weil sie tiefsinnige Menschen sind und Themen mit Substanz bevorzugen. Smalltalk finden sie oberflächlich, denn das ist ein lockeres Alltagsgespräch ohne Inhalt. Smalltalk-Vermeider nutzen dies als Ausrede: unnützes Geschwätz. Falsch! Smalltalk entspannt und schafft Zuneigung. Die professionell lockere Plauderei ist eine wichtige Kompetenz für beruflichen Erfolg: Smalltalk nutzt als der Eisbrecher bei Vorstellungsgesprächen, Meetings, Kunden-Akquise oder auch privat bei der Partner-Suche. Menschen, die authentisch plaudern können und ihr Gegenüber nicht gleich mit inhaltlicher Fachkompetenz überfluten, machen einen positiven Eindruck. „Sicher ist ein starkes Know-How unabdingbar“ sagt Spengler. Zu viel Fachkompetenz berge bei falscher Gesprächsführung ein Risiko: „Der Fachidiot schlägt den Kunden tot“. Mit der Kunst der lockeren, leichten Gespräche über jedes Thema kommen Erfolgsorientierte schneller ans Ziel.

Klemmst du noch oder redest du schon?

Oft suchen die Menschen zu lange nach einem passenden Gesprächsthema. Dabei liegen die Belanglosigkeiten und das Offensichtliche im Raum. Reden lässt sich leicht über die Situation, in der sich beide Gesprächspartner befinden, den Anlass oder den Ort. Eine Bemerkung über die Umgebung wie „Ganz schön elegant, interessant, heiß, erfrischend, frisch, bunt hier“ oder notfalls das über das Wetter sprechen ist besser als Stille.

„Gehen Sie auf einen Gast zu und beginnen das Gespräch“ sagt Spengler. Um nicht plump zu wirken, stellt man sich vor: „Entschuldigung, ich bin alleine hier. Darf ich mich zu Ihnen stellen. Ich bin…aus…arbeite seit…bei…“. Spengler sagt, diese Anrede überzeuge. Eine gute Methode sei, den Einstieg mit einer Frage abzuschließen „Sind Sie auch alleine hier?“

Bei anderen Anlässen wie einer Hochzeit, einem Geburtstag oder einer Wohnungsparty bietet es sich an, zu fragen, woher der andere den Gastgeber kennt. Für einen positiven Eindruck ist der Inhalt des Gespräches nicht so prägend – Freundlichkeit genügt. Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge macht der Gesprächsstoff nur sieben bis 20 Prozent der Wirkung auf andere aus. Nicht der Inhalt zählt, sondern die Verpackung – sprich die Art, wie man etwas sagt, nicht was gesagt wird. Es macht keinen großen Unterschied, ob man eine Person nur wenige Sekunden sieht oder ein halbstündiges Interview mit ihr führt. Wichtig ist in unserer Kultur der Augenkontakt.

Mit anderen in Kontakt kommen:

  • Den Anfang wagen und über etwas Belangloses sprechen: sich vorstellen, die Situation, die Temperatur, die Fahrt hierher oder die Vorfreunde auf den Anlass der Zusammenkunft.
  • Ungeeignet sind Themen wie Krankheiten, private Probleme oder Kritik am Essen oder den Gastgebern. Auch Lästern über Abwesende ist tabu. Das löst den Gedanken aus „als nächstes wird über mich hergezogen“.
  • Lächeln bricht das Eis.

Mit anderen in Kontakt bleiben:

  • Interesse am anderen zeigen, durch zuhören und Fragen stellen. Aber Vorsicht: Wer fragt, führt, wer zu viel fragt, führt ein Verhör.
  • Offene Fragen halten das Gespräch lebendig. Das sind Frageworte wie die mindestens einen Satz erfordern und sich nicht mit „Ja und „nein“ beantworten lassen. Zum Beispiel: Was veranlasst Sie, heute hier zu sein? Wie sind Sie dazu gekommen? Was machen Sie beruflich? Wie kam es dazu? Was sind ihre Ziele? Was interessiert Sie besonders an dieser Veranstaltung?
  • Mit minutiösen Projektberichten kann es passieren, dass ein Gespräch abebbt. Mit eigenen Geschichten gelingt es leichter, Menschen für sich zu gewinnen, besonders mit Gefühlsausbrüchen wie Freunde, Angst oder Spannung.

Das Gespräch beenden

Nicht alle Menschen finden sich sympathisch und nicht jeder muss jeden mögen. Wie beendet man ein Gespräch? „Es hat mich gefreut, Sie kennengelernt zu haben! Gerne würde ich mich noch länger mit Ihnen unterhalten, doch leider ist es längst überfällig einem Bekannten Hallo zu sagen. Schönen Abend noch!“ Andere Klassiker sind ein Toilettenbesuch oder der Weg zum nächsten Getränk mit der Ansage, man müsse nun weiter doch vielleicht spreche man später noch einmal. Ein respektvoller Ausstieg sollte zum guten Stil gehören. Natürlich mit einem „Es hat mich gefreut, Sie kennengelernt zu haben! Einen schönen Abend noch“.

25/03/2014 / Caro Ritgen

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