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Überempfindliche Menschen: Zu sensibel für den Job?

Die amerikanische Diplom-Psychologin Elaine Aron hat in Forschungen das Phänomen der Hochsensibilität entdeckt. In Deutschland sind schätzungsweise 15 bis 20 Prozent aller Menschen hochsensibel. Sie verarbeiten Sinnesreize bereits bei niedrigeren Schwellen und sind daher oft empfindlicher gegenüber Lärm, Temperatur, Geräuschen, Gerüchen, Geschmäckern, Farben, Lichteinfall und Berührung.

Hochsensible Menschen reagieren überempfindlich auf Reize und fühlen sich so schnell überfordert.Hochsensible Menschen reagieren überempfindlich auf Reize und fühlen sich so schnell überfordert.

Im lauten und stressigen Berufsalltag haben sie es oft schwer, sind schnell von Reizen überflutet und haben ein großes Bedürfnis nach Rückzug. Wenn Hochsensible ihre kreative und sensitive Veranlagung jedoch erkennen und gezielt als Stärke einsetzen, können sie unter anderem außergewöhnlich erfolgreiche Künstler, Berater, Therapeuten, Forscher oder Erfinder werden.

Hochsensibilität bedeutet Verbundenheit mit der Welt

Susanne Isphording hat es schon als Kind gemerkt. Sie war zurückgezogener als andere Kinder, hat viel gelesen, Klavier gespielt und Zeit allein in der Natur verbracht. Als Jugendliche waren ihr laute und verrauchte Partys ein Greuel. Aktivitäten mit vielen Reizfaktoren hat sie oft kurzfristig abgesagt. Susanne ist hochsensibel. Ihre Sinne sind schärfer und feiner als die der meisten Menschen, sie nimmt mehr Nuancen wahr und fühlt sich dadurch mit ihrem nahen Umfeld, der Natur und auch globalen Ereignissen stärker verbunden.

Hochsensible sind erfolgreich, wenn sie auf die eigenen Stärken setzen

Im Angestelltenverhältnis hat Susanne eher gelitten, weil dort auf ihre Bedürfnisse und sensiblen Fähigkeiten wenig Rücksicht genommen wurde. Daher hat sie sich vor über 20 Jahren als Heilpraktikerin selbstständig gemacht. In meinem Beruf kann ich mein Fachwissen optimal mit  meinem großen Einfühlungsvermögen verbinden. Meine eigenen vielseitigen Erfahrungen als hochsensibler Mensch sind mir dabei eine große Unterstützung, beschreibt Susanne ihren Weg, auf die eigenen Stärken zu setzen. Susanne empfiehlt Hochsensiblen, sich eine Aufgabe zu suchen, in der die eigenen kreativen und sensitiven Fähigkeiten fruchtbar und zur eigenen Freude zum Tragen kommen. Es geht also nicht darum, krampfhaft zu versuchen, sich an Bedingungen anzupassen, in denen man von Natur aus nicht glücklich sein kann. Das schadet nur der Gesundheit und dem eigenen Selbstwert.

Austausch, künstlerischer Ausdruck und Körperarbeit

Mittlerweile unterstützt Susanne andere Hochsensible dabei, ihr Potential beruflich und privat voll auszuschöpfen. Vor vier Jahren begann sie, regelmäßige Treffen für Hochsensible zu organisieren und hat mittlerweile mit anderen engagierten Hochsensiblen einen Verein gegründet: das Münchner Zentrum für Hochsensibilität.

Bei sich selbst und vielen anderen Hochsensiblen hat Susanne beobachtet, dass jede Form von künstlerischem Ausdruck, sei es Gesang, Tanz oder Improvisationstheater, hilft, die vielen Sinnesreize zu verarbeiten. Körperarbeit ist ein weiteres Hilfsmittel, das die Abgrenzung nach außen unterstützen kann. Viele Hochsensible können sich aufgrund ihres großen Mitgefühls nur schwer von anderen abgrenzen. Ihre Sehnsucht nach Harmonie ist oft stärker als der Wunsch nach einem gesunden Ich, meint Susanne. Jede Form der therapeutischen Körperarbeit kann hier sehr hilfreich sein.

Hochsensible sind ein Gewinn für jedes Unternehmen

Die meisten Unternehmen haben das Potential von Hochsensiblen noch nicht erkannt. Diese Menschen nehmen Details besonders intensiv wahr, denken in großen Zusammenhängen und besitzen eine außergewöhnlich hohe Kreativität. Mit diesen Fähigkeiten sind sie eine wertvolle Ergänzung in jedem Unternehmen und können wesentlich zum Unternehmenserfolg beitragen. Allerdings nur, wenn das Unternehmen bereit ist, auf die Bedürfnisse von Hochsensiblen nach einer ruhigen Arbeitsumgebung und einer wertschätzenden, menschlichen Kommunikation einzugehen. Mit der Gründung des Vereins möchten wir auch dazu beitragen, dass das Potential von Hochsensiblen mehr Anerkennung in unserer Gesellschaft und in der Wirtschaft erfährt, sozusagen als fehlendes Glied in der Kette, sagt Susanne. Rückzug ist für sie nun eine überholte Strategie aus der Vergangenheit.

Mehr Informationen über Susanne Isphording und Hochsensibilität erfahren Sie unter www.in-sights.de, www.hsp-muenchen.de  und www.hochsensibel.org

 

 

 

27/09/2013 / Sophie Appl

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