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Statt Diät: Hören Sie auf Hunger und Lust

Auf dem Weg zu einem gesunden Körper gibt es eigentlich nur eine Regel: Vergessen Sie alle Ernährungsregeln! Zu schön, um wahr zu sein?

Diplom-Ernährungswissenschaftler Uwe Knop stellt in seinem Buch Hunger und Lust – Das erste Buch zur Kulinarischen Körperintelligenz zwei einfache Regeln für gesunde Menschen (ohne Allergien oder Stoffwechselerkrankungen) auf: Essen, auf was man Lust hat und Essen, wenn man Hunger hat. Also nicht einfach stur um halb 7 frühstücken, um 12 zu Mittag essen und um 18 Uhr abendessen, sondern warten, bis der Hunger kommt. Der große, nicht der kleine.

Warum sollten Sie Hunger und Lust glauben?

Uwe Knop hat in den vergangenen Jahren über 400 aktuelle Studien zum Thema Ernährung analysiert und zeigt, dass keinerlei Beweise für solche Ernährungsregeln wie „Vollkorn zum Frühstück“, „Fünf mal Obst am Tag“ etc. geliefert werden, sondern dass alles nur Spekulation und vage Vermutung ist. Denn, und das glauben wir ihm sofort: Jeder Mensch is(s)t anders und sollte seine eigenen Ernährungsregeln finden. Außerdem hängt unsere Gesundheit nicht von einzelnen Lebensmitteln ab, sondern vor allem von unseren Genen, unserer Umwelt und dem sozialen Gefüge, in dem wir uns befinden. Auch das leuchtet ein.

Was tun bei Heißhunger?

"Hunger und Lust" von Uwe Knop ist im Verlag Books On Demand erschienen und kostet ca. 16 Euro.„Hunger und Lust“ von Uwe Knop ist im Verlag Books On Demand erschienen und kostet 19,20 Euro.

Wir alle kennen das Verlangen nach einer Tüte Chips oder einer Tafel Schokolade. Das ist kein echter, körperlicher Hunger, sondern Heißhunger und oft Frustessen. Uwe Knop nennt ihn auch „seelischen Hunger“. Ihm sollte nicht mit allerlei Junk Food nachgegeben werden, sondern man sollte sich fragen: „Was will ich durch das Essen gerade verdrängen?“ Sich mit Musik hören oder einem Spaziergang abzulenken klappt nämlich leider auch nicht immer. Dafür darf man sich aber mitten in der Nacht, wenn man wirklich Hunger auf eine Portion Spaghetti hat, genau diese auch gönnen.

Vor drogenähnlichen Zusatzstoffen in manchen Nahrungsmitteln hat Uwe Knop genauso wenig Angst wie davor, dass ein Kind sich langfristig ausschließlich von Eis und Pizza ernähren wird. Zwar kann es gut sein, dass in den Anfangsphasen zur Umstellung auf ein „natürliches“ Essverhalten bestimmte Gerichte oder Snacks im Übermaß konsumiert werden, der Körper lasse sich aber nicht langfristig täuschen und irgendwann komme von ganz alleine die Lust auf abwechslungsreiche Kost.

Es gibt kein „ungesund“

Sehr sympathisch macht Uwe Knops Buch Hunger und Lust auch die These, dass die Einteilung in „gesunde“ und „ungesunde“ Lebensmittel schlicht Blödsinn sein. Der Körper wisse von ganz allein, was gut für ihn sei und sorge automatisch für eine ausgewogene Ernährung. Nur wenn der Mensch dies sabotiert und auch dann isst, wenn er eigentlich keinen „echten“ Hunger hat, folgen Übergewicht und Krankheit. Also machen Sie sich keine zu großen Sorgen, wenn es vor lauter Stress oder Frust doch mal eine Tafel Schokolade geworden ist. Denn die Dosis macht das Gift und Sie sollten über Diäten und Kalorien nie das Wichtigste vergessen: Essen ist ein Genuss – oder sollte zumindest einer sein.

Macht das dünn?

Für alle, die ihren BMI bei 20 halten wollen, kommen Uwe Knops Ratschläge wahrscheinlich nicht infrage. Denn mit dem Vertrauen in den eigenen Körper und seine Bedürfnisse, werden wir zwar glücklicher und idealerweise auch gesünder, dünner aber wahrscheinlich nicht. Denn, und darin besteht ein tatsächlich nachweisbarer Konsens unter Wissenschaftlern, unsere Körperform und unser Gewicht sind genetisch festgelegt. Sich damit zurechtzufinden, dazu ist tatsächlich keiner gezwungen wenn ihn das nicht auch psychisch zufriedenstellt. Denn nicht jeder fühlt sich mit seinem „natürlichen Wohlfühlgewicht“ auch vor dem Spiegel wohl.

Es gilt aber immer: Wer seine Seele statt seinen Körper füttert, wird in jedem Fall zunehmen; wer unnötige Schlemmereien als solche erkennt und bewusst auf sie verzichtet, kann dadurch abnehmen. Diäten verteufelt Uwe Knop generell als Einstiegsdroge zu Essstörungen. Denn wenn man erst mal eine hat, dann kann nur noch der Psychologe helfen.

Mehr Informationen zu Uwe Knop und seinem Buch Hunger und Lust – Das erste Buch zur Kulinarischen Körperintelligenz finden Sie auf www.echte-esser.de.

17/07/2013 / Sigrun Weinhardt

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Kate Bock

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