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Beyoğlu: Im Herzen Istanbuls

Beyoğlu, das früher griechisch Pera („gegenüber“) hieß, ist der traditionsreiche Stadtteil am europäischen Ufer Istanbuls, der west-östlichen Metropole am Bosporus. Die Gegend um Karaköy, Kuledibi und Galata war noch bis vor fünfzehn, zwanzig Jahren eine No-Go-Area, das Mafia- und Rotlichtviertel. Inzwischen hat es sich, auch zum Leidwesen der Anwohner, zum touristischen Hotspot gewandelt, die Gentrifizierung hat Einzug gehalten, manchmal hat man das Gefühl, als lebten hier längst mehr Ausländer als Türken. Das ist die Schattenseite. Auch, dass alteingesessene Geschäfte und Betriebe zunehmend von Touri-Nepp und den US-Ketten verdrängt werden, die man auf der ganzen Welt findet. Die kapitalistische Gleichmacherei, mit der eine Absenkung des Niveaus einhergeht wie überall sonst auf der Welt auch, nervt gewaltig. Und sie hat mit dazu beigetragen, dass die Istanbuler seit Wochen auf die Straße gehen und protestieren. Läden wie Burger King oder Starbucks haben sich dabei keine Freunde gemacht, als sie, im Gegensatz zu vielen anderen, den Demonstranten ihre Türen verschlossen. Die Istanbuler reagieren mit Boykott, was man nur begrüßen kann.

Traditionsviertel am Galataturm

Die letzte ihrer Art: die historische Tram auf der Istiklal Caddesi.

Wer Istanbul besucht, der muss auch Beyoğlu besuchen, das neben der historischen Altstadt um die Blaue Moschee, die Hagia Sophia und den Großen Basar das Herz der Millionenstadt (ca. 18 Millionen Einwohner) bildet. Es beginnt unten in Karaköy mit der legendären Galatabrücke, auf der tagsüber die Angler stehen, deren frisch gefangenen Fisch man direkt bei ihnen oder einige Meter weiter am Fischmarkt kaufen kann. Im unteren Stockwerk der Brücke befindet sich ein Fischrestaurant am anderen, und trotz der touristischen Ausrichtung kann man hier sehr gut essen. Verschmähen sollte man aber auch nicht das von Straßenhändlern verkaufte Balik Ekmek, das Fischbrötchen, dasselbe gilt für am Straßenrand gegrillte Köfte, Cig Köfte, Süßigkeiten und die omnipräsenten Sesamkringel namens Simit.

Den Berg hinan geht es direkt hinauf zum 1348 als Aussichts- und Verteidigungspunkt gebauten Galataturm, von dessen Brüstung aus man einen überwältigenden Rundumblick auf die Stadt und über den Bosporus nach Asien hat; bei gutem Wetter sieht man am Horizont die im Marmarameer gelegenen Prinzeninseln. Im obersten Stock des Turms befindet sich ein Restaurant.

Sehenswürdigkeiten am Bosporus

Der Weg zu Fuß hinauf zum Tünel-Platz lohnt sich, man kann aber auch von Karaköy aus mit der Tünel-Bahn fahren, einer der ältesten U-Bahnen der Welt. Die Fahrt dauert ca. eine Minute. Der Tünel-Platz mündet direkt in die Einkaufsstraße Istiklal Caddesi (die Unabhängigkeitsstraße), auf der sich zahlreiche Geschäfte und Restaurants befinden. In ihrer Mitte stößt man auf den Galatasaray-Platz mit dem gleichnamigen Gymnasium, und am Ende mündet sie in den Taksim Platz, der seit Jahren das Partyzentrum der Stadt und seit Ende Mai 2013 das Zentrum des Aufstands gegen die Regierung Erdogan ist.

Über die Istiklal Caddesi kann man auch mit der historischen Trambahn fahren; früher fuhren diese Bahnen in der ganzen Stadt, heute ist sie die letzte ihrer Art. Besonders abends und nachts tobt in den gemütlichen kleinen Seitengassen der Istiklal das pralle Leben, hier reihen sich Restaurants, Clubs und Kneipen aneinander und übereinander; die besten Geheimtipps erhält man von Einheimischen. Wer seinen ganzen Urlaub in Beyoğlu verbringen möchte, findet historischen Luxus im Pera Palace Hotel oder gönnt sich direkt eine eigene Ferienwohnung mit Aussicht, die hier von Manzara Istanbul angeboten werden.

19/07/2013 / Gerrit Wustmann

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