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Sind wir alle essgestört?

Der Sommer steht vor der Tür und die Bikini-Figur lässt zu wünschen übrig. Obst und Gemüse stehen in den nächsten Wochen auf dem Speiseplan, Kohlenhydrate werden radikal weggestrichen. Wer kennt das nicht? Schon junge Mädchen sind oft mit ihrem Körper unzufrieden und unterziehen sich einer radikalen Diät, damit die Pfunde endlich purzeln. Doch welches Verhalten ist gerade noch gesund und wann kann man von einer Essstörung reden?

Aus einer harmlosen Diät kann sich oft eine Essstörung entwickeln.

Nur mal schnell abnehmen?

Denkt man an das Wort „Essstörung“, kommen einem Begriffe wie Magersucht oder Bulimie in den Sinn. Tatsächlich sind Magersucht, bei der die Nahrungsaufnahme verweigert wird (was zu starkem Gewichtsverlust führt) und Bulimie, bei der die Betroffenen Nahrung absichtlich wieder erbrechen, die bekanntesten Essstörungen. Allerdings können auch diese zwei Essstörungen nicht immer voneinander unterschieden werden, da die Übergänge fließend sind. So kann sich, laut der Bundesagentur für gesundheitliche Aufklärung, aus 20 Prozent der Magersucht-Fälle eine Bulimie entwickeln.

Natürlich ist nicht jeder, der einige Wochen auf seine Ernährung achtet, um ein paar Kilo loszuwerden, magersüchtig. Doch wenn die Gedanken nur noch um das Essen kreisen und man generell unzufrieden mit seinem Körper ist, ist Vorsicht geboten. Denn aus einer temporären Radikal-Diät kann sich auch schleichend eine Essstörung entwickeln.

Magersucht und Bulimie sind zwar die bekanntesten, aber bei weitem nicht die einzigen Essstörungen. Laut ICD-Klassifikation, die von der Weltgesundheitsorganisation herausgegeben wurde, gibt es fünf anerkannte Essstörungen. In Wirklichkeit existieren aber noch einige mehr, die in der Auflistung nicht erscheinen.

Zwanghaftes Gesund-Essen

Um nur einige Beispiele zu nennen: Menschen, die beispielsweise extrem auf gesunde Ernährung achten und täglich viele Stunden damit verbringen, Kalorien zu zählen und sogar große Angst vor ungesundem Essen haben, leiden an Orthorexia nervosa, dem zwanghaften Gesund-Essen. Im Gegensatz dazu stehen Binge-Eating-Betroffene: Sie haben mindesten zwei Mal pro Woche Heißhungerattacken, die sie nicht kontrollieren können. In extremen Fällen können diese Attacken dann zur Adipositas, also krankhafter Fettsucht führen.

Verkehrtes Schönheitsideal

Um noch einmal auf die Frage vom Anfang zurückzukehren: Natürlich sind wir nicht alle essgestört. Doch der Hang zur Essstörung ist in der westlichen Welt eindeutig vorhanden. Die Mode schreibt uns allen vor, dass schön gleich dünn ist. Diese Denkweise ist mittlerweile so verankert, dass wir sie gar nicht mehr richtig wahrnehmen.

Natürlich sind Essstörungen anerkannte psychische Verhaltensstörungen, doch wir alle machen sie auch zu einer Modekrankheit, die bald zur Volkskrankheit mutieren könnte. Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung leiden knapp 10.000 Menschen allein in Deutschland unter Magersucht. In Sachen Essstörung muss die Devise in Zukunft sein, das verfälschte Schönheitsbild der heutigen Zeit wieder ins rechte Licht zu rücken.

29/07/2013 / Anita Mrsic

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