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Kein Lesbenporno: La vie d’Adèle

La vie d’Adèle hat bei den Filmfestspielen in Cannes mit der Goldenen Palme für den besten Film die begehrteste Trophäe der gesamten Veranstaltung abgeräumt. Der französische Regisseur Abdellatif Kechiche und die beiden Hauptdarstellerinnen Adèle Exarchopoulos und Léa Seydoux nahmen die Auszeichnung gemeinsam entgegen und der gebürtige Tunesier Kechiche widmete ihn der „wunderbaren Jugend Frankreichs“. Zudem ist er davon überzeugt, dass der Film auch der tunesischen Jugend gut tut. Denn eine Revolution sei ohne eine sexuelle Revolution eben nicht komplett. Kaum zu glauben, aber wahr: Es ist das erste Mal, dass in Cannes ein Film ausgezeichnet wurde, bei dem Homosexualität im Mittelpunkt steht.

Die Liebesgeschichte von Adèle und Emma

Die 17-jährige Schülerin Adèle verliebt sich Hals über Kopf in die Kunststudentin mit den blauen Haaren, Emma. Es ist Liebe auf den ersten Blick und über drei Stunden wird in La vie d’Adèle gezeigt, wie sich die Beziehung der beiden Frauen über die Jahre hinweg entwickelt. Dass dabei auch Liebesszenen zwischen Adèle und Emma gezeigt werden, sorgte besonders bei den männlichen Zuschauern für helle Freue und beschert auf Youtube Kommentare wie „Is this movie about pussyeating?“ und „I wanna see these two making out so baaaddd!“. Doch das Leben ist kein Pornofilm und Drama und Anspruch bleiben bei Adèle und Emma nicht aus.

Während Emma zur intellektuellen Elite gehört, entstammt Adèle der Arbeiterklasse. Und gerade diese Klassenzugehörigkeit, aus der keine von ihnen ausbrechen kann, besiegelt das Ende ihrer Beziehung – nicht etwa ihre Homosexualität. Wie besonders Adèle mit dem Scheitern ihrer ersten großen Liebe im Alltag umgeht, macht sie in den Augen des Regisseurs zur Heldin: „Immer wenn ich solchen Mut in jemandem sehe, plagt es mich. Ich selbst fühle mich nicht mutig, aber ich halte an der Idee fest. Ich sehe diese Stärke oft in jungen Frauen.“

Wie geht es mit Adèle weiter?

Der Originaltitel lautet übrigens La vie d’Adèle – Chapitres 1 et 2. Ein Hinweis darauf, dass die Geschichte weitergeht? Dazu sagt der Regisseur nur geheimnisvoll: „Ich würde gerne von Adèle hören, was als nächstes passiert.“ Wann der Film in Deutschland in die Kinos kommt, wissen wir seit heute: am 19. Dezember 2013. Wir können es kaum erwarten …

05/06/2013 / Sigrun Weinhardt

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