Zurück zur Startseite

Café Duddel in Köln: Kaffee mit Retro-Charme

Obwohl es von außen trotz der bunten Fassade recht unscheinbar ist, kennt es so ziemlich jeder, der in Köln studiert: das Café Duddel am Zülpicher Wall in Köln-Lindenthal, nur zwei Fußminuten von der Uni entfernt. Der Laden ist eine Institution, manchmal glaubt man, es habe ihn schon immer gegeben. Das mag aber auch mit dem Retro-Interieur zusammenhängen. Unter manchen Studis ist der Kultstatus des Café Duddel längst so hoch, dass sie auch Jahre nach ihrem Abschluss noch auf einen Kaffee oder kleinen Snack hier einkehren. Aber auch Künstler und angehende Schriftsteller schauen gern vorbei, denn bei der seit 2001 einmal monatlich stattfindenden Lesereihe Literatur um acht darf jeder auf die Bühne, der sich traut. 2004 ging daraus der Van Aaken Verlag hervor, dessen Anthologien in der Szene ein Begriff sind. Auch kleine Theater- und Musikaufführungen kommen hier auf die Bühne.

Alternativ und gemütlich

Wie es sich für eine echte Studentenkneipe gehört, ist das Inventar des Café Duddel bunt gemischt.

Aber man muss sich nicht zwangsläufig für Literatur interessieren, um sich im Duddel (das übrigens nach der längst verstorbenen Katze des Besitzers benannt ist) wohlzufühlen. Apropos Katze: Markenzeichen des Duddel ist eine Mona Lisa mit Katzengesicht. An sonnigen Tagen kann man gemütlich draußen sitzen und einen Kaffee oder ein Bier genießen, wenn es kühler wird verzieht man sich in den heimeligen Innenraum, dessen Einrichtung auf charmante Art wild zusammengewürfelt ist aus Stühlen, Tischen, Sesseln und allerlei Krimskrams.

Manch einer wird sich an seine eigene Studentenbude erinnert fühlen, zusammengewürfelt aus all dem Zeug, das man Oma abgeschwatzt oder günstig auf Trödelmärkten erstanden hat. Der Kamin und das Sofa im hinteren Raum tragen das Ihre zur relaxten Wohnzimmer-Atmosphäre im Retro-Style bei. Seit den neuen Nichtraucherschutzgesetzen fühlen sich auch all jene wohl, die dem blauen Dunst eher abgeneigt sind. Anyway, wenn es im Kölner Studentenmilieu einen Laden gibt, der das Label „alternativ“ verdient hat, dann dieser!

Die Kirche, die es nie gab

Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt: Zu empfehlen ist der Kuchen und die Spezialität des Hauses, der so genannte Duddelsack, ein Fladenbrotsandwich mit hausgemachtem Pesto. Und wenn es draußen dunkel wird kann man seinen Rotwein auch mal bei heimelig-romantischem Kerzenschein genießen. Die Preise sind übrigens durchgehend Studenten-freundlich gehalten und belasten das allseits knappe Budget nicht allzusehr.

Gäste des Duddel sollten sich nicht eine der kuriosesten Sehenswürdigkeiten Kölns entgehen lassen, die ganz in der Nähe, in der Gabelsbergerstraße 27, liegt: die Kirche, die nicht existiert. Gemeint ist die St. Robert Kirche, die auf so ziemlich jedem Kölner Stadtplan verzeichnet ist. Aber man wird lange suchen müssen, denn an der eingetragenen Adresse ist sie nicht zu finden. Und auch nirgends sonst. „Phantom-Kirche“ wird sie deshalb mitunter genannt. Vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis in die späten Sechziger hinein soll es Pläne zum Bau jener Kirche gegeben haben, umgesetzt wurden diese jedoch nie …

Café Duddel
Zülpicher Wall 8
50674 Köln
www.literatur-um-acht.de

23/06/2013 / Gerrit Wustmann

Folge femlife.de auf allen Kanälen
Shopping

Kate Bock

Berufsberatung in der Berliner Keksbank

Berufsberatung in der Berliner Keksbank

Apadana: Persische Küche in Köln

Apadana: Persische Küche in Köln