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Weidengasse: Ein Stück Istanbul in Köln

Istanbul ist zweifellos der schönste und faszinierendste Ort der Welt. Wenn man sich einmal in diese Stadt an Bosporus und Goldenem Horn verliebt hat, kommt man nicht mehr von ihr los. Immer, wenn ich längere Zeit in Deutschland weile, beschleicht mich die Sehnsucht. Ich vermisse das Lachen der Möwen, die Nebelhörner, die raufenden Straßenkatzen, die Rufe der Händler und das Gewirr der Gerüche in den kleinen schmalen Gassen von Beyoğlu. Und vor allem vermisse ich das gute Essen. Es ist in Deutschland nicht leicht, echtes türkisches Essen zu bekommen, die meisten Dönerbuden können sich mit ihren Konkurrenten daheim nicht messen. Wobei man diesbezüglich auch geteilter Meinung sein kann. Einige Freunde von mir bevorzugen klar den eingedeutschten Döner. Und während ich auch gerne ein Efes trinke, können sie mit gezuckertem Bier eher wenig anfangen.

Türkische Spezialitäten

Bosporus und Bazar: Istanbul-Feeling in Köln.

Wenn ich in Köln bin schlendere ich oft durch die Weidengasse, direkt am Hansaring, nur eine Bahnstation von Dom und Hauptbahnhof entfernt: Eine schmale Seitenstraße, die ein Stückchen Istanbul nach Köln bringt. Sobald die Sonne scheint findet hier das Leben auf der Straße statt. Man steht oder sitzt auf kleinen Stühlen, trinkt türkischen çay (Schwarztee) und unterhält sich angeregt. Es gibt auf der Weidengasse ein Reisebüro, das nach dem großen türkischen Dichter Nazim Hikmet benannt ist, es gibt das Beyoğlu Café, ein Geschäft für Hochzeitskleider und einen Schmuckhändler, dessen golden glitzernde Exponate an die kleinen Läden im Großen Bazar erinnern – ebenso wie die kleinen Geschäfte mit orientalisch verzierten Kissen und Kelims. Ein türkischer Supermarkt begrüßt den Gast mit einladenden Arrangements aus frischem Obst, drinnen gibt es türkische Spezialitäten wie Lokum oder alle Arten von Nüssen. Die gesalzenen Mandeln sind meine Favoriten; wenn ich in Istanbul bin besorge ich sie mir immer auf dem Wochenmarkt in Tarlabaşı.

Eindeutiges Highlight der Weidengasse sind aber die zahlreichen Restaurants und Imbisse, allen voran das Bosporus und das Mangal. Im Mangal habe ich erstmals in Deutschland wieder Çiğ Köfte bekommen, das sind kleine sehr scharfe Bällchen aus rohem Hackfleisch, Bulgur und Gewürzen, gereicht in einem grünen Salatblatt. Das Rezept gab es angeblich schon zur Zeit Abrahams und soll in Urfa erfunden worden sein. Das Mangal hat sich auf Spezialitäten aus Erzurum in Anatolien spezialisiert. Ein ebensolcher Genuss ist das gegrillte Lammfleisch mit Safranreis oder die Manti – die türkische Version der Ravioli, die mit Joghurt gereicht werden.

Restaurant Bosporus: Seit 30 Jahren in Köln

Finden Sie natürlich auch: Baklava, Fladenbrot und andere türkische Gebäckspezialitäten.

Das Bosporus direkt auf der anderen Straßenseite der Weidengasse macht seinem Namen alle Ehre, sogar Fatih Akin und Sibel Kekilli sollen hier schon gefeiert haben, heißt es. Das Restaurant mit großzügiger und gemütlicher Terrasse gibt es schon seit über dreißig Jahren, ein Urgestein der türkischen Gastronomie in Köln. Wer die Istanbul Sofrasi ordert, eine üppige Tafel mit mannigfaltigen Speisen für mehrere Personen, kann für eine Weile glauben, er sei tatsächlich am Bosporus. Wer die türkische Küche noch nicht kennt, dem sei im Bosporus besonders Imam Bayildi (zu Deutsch: Der Imam fällt in Ohnmacht) empfohlen, ein Klassiker aus gefüllten Auberginen.

Wer es gerne süß mag, findet in der Weidengasse auch eine Bäckerei, in der täglich nicht nur Fladenbrot, sondern auch Baklava und allerlei süße Teigwaren zubereitet werden, und natürlich findet man in der Weidengasse auch Simits (Sesamkringel), die in Istanbul ein allseits beliebter Snack sind. Wer sich nach Istanbul sehnt oder einfach mal türkische Speisen probieren möchte, der ist hier genau richtig!

02/06/2013 / Gerrit Wustmann

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