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Stiertreiben in Pamplona: Das San-Fermin-Fest

Spanien hat eine lange und farbenprächtige Kulturgeschichte: Die Römer, die Mauren, die katholischen Bourbonen-Könige – alle haben dem Land ihren Stempel aufgedrückt. Manche der Traditionen haben das spanische Selbstverständnis über die Jahrhunderte geprägt, wie kaum etwas anderes. Die Begegnung mit dem Stier, dem Toro, ist eine solche Tradition. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten, auf den Stier zu treffen: beim Stierkampf in der Arena oder beim Stiertreiben in den Straßen von Pamplona.

Der Stierkampf

Die Tradition des Stierkampfes in der Arena ist in Spanien seit dem 14. Jahrhundert belegt und ein hochemotionales Erlebnis. Wenn Sie einmal während eines Stierkampfes vor einer Arena standen, werden Sie das nie wieder vergessen. Sie können weder den Stier noch die Menschenmenge sehen. Aber Sie hören sie, die vielen Tausend Menschen, die sich in der Arena drängen und dabei zusehen, wie der Torero, der Stierkämpfer, seine Kraft und Geschicklichkeit gegen das spanische Kampfrind einsetzt – eine archaisch anmutende Muskel- und Fleischmasse, die gut und gerne 500 Kilogramm Kampfgewicht auf die Waage bringt. In diesem Moment hat der Torero etwas Gottgleiches, von den Frauen bewundert, von den Männern beneidet.

San-Fermin-Fest

Das Rathaus von Pamplona.

Es gibt eine Zeit in Spanien, zu der jeder Mann dem Stier direkt in die Augen sehen kann. Nämlich während des San-Fermin-Festes in Pamplona. Pamplona liegt im Norden Spaniens, im Königreich Navarra. Vom 6. bis 14. Juli dreht sich jedes Jahr in Pamplona alles um das Fest zu Ehren des Heiligen San Fermin. Zum ersten Mal im Jahr 1591 gefeiert, entwickelte sich das ursprünglich nur zwei Tage dauernde Fest zu einem wichtigen wirtschaftlichen Faktor in einer ansonsten eher strukturschwachen Region. Das Herzstück der „Sanfermines“, des San-Fermin-Festes, ist der „Encierro“, das Stiertreiben. Als ursprünglich aus der Not heraus geborene Maßnahme, um die Stiere von den außerhalb der Stadt gelegenen Ställen für den Stierkampf in die Arena zu bringen, hat das Stiertreiben Weltruhm erlangt.

Pünktlich um 8.00 Uhr morgens, wenn die Uhr der San-Cernin-Kirche schlägt, beginnt das Spektakel am Auslauf von Santo Domingo. Zwei Raketen werden abgeschossen und die Stiere jagen hinter den Läufern die 825 Meter her, die den Auslauf von den Gehegen der Stierkampf-Arena trennt. Das Ganze dauert nicht mehr als drei bis vier Minuten. Die Nachhut hinter der Herde bilden die Hirten mit ihren Stöcken, die dafür sorgen, dass keine neugierigen Zuschauer die Absperrung übersteigen und die Stiere von hinten reizen. Neben den Läufern, den Stieren und den Hirten gibt es auch zwei Ochsenherden, denen eine zentrale Rolle zukommt. Die sechs Stiere, die später in der Arena kämpfen müssen, werden in Begleitung der ersten Ochsenherde losgeschickt. Wenig später wird eine zweite Ochsenherde auf den Weg gebracht mit dem Ziel, die unterwegs stehengebliebenen Stiere „aufzusammeln“. Insgesamt gibt es nicht nur eine „Encierro“, sondern die Stiere werden vom 7. bis zum 14. Juli jeden Tag einmal getrieben.

Jedes Jahr gibt es beim „Encierro“ wieder Verletzte, manchmal sogar Tote. In diesem Jahr allein wurden 38 Personen verletzt. Ob Sie zum Stiertreiben nach Pamplona fahren oder nicht, ist eine Entscheidung, die Sie individuell treffen müssen. Das Stiertreiben in Pamplona ist ein bunter und aufregender Teil der spanischen Kulturgeschichte. Andererseits ist es aber auch eine brutale Tradition, die in anderen europäischen Ländern als Tierquälerei eingestuft wird.

30/06/2013 / Victoria Huber

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