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Kulinarisches Frankfurt: Im Herzen Afrikas

Es ist inzwischen Mitte März und draußen fällt noch fröhlich der Schnee vom Himmel. Jeden Morgen, wenn ich die weiße Schneedecke sehe und mich bibbernd auf den Weg zur Bahn mache, denke ich mir: „Wer in aller Welt hat da seinen Teller nicht aufgegessen?“ Um die grau-weiße Matschlandschaft für ein paar Stunden hinter mir zu lassen, habe ich letzte Woche beschlossen, einen kleinen Abstecher ins sonnige Afrika zu machen. Nein, nicht mit einem Last-Minute-Flug, sondern kulinarisch und seelisch im Restaurant „Im Herzen Afrikas“.

Afrika-Feeling mitten in Frankfurt

Mitten in der Frankfurter Innenstadt ruht die kleine Oase des Sommers und hält mit viel Individualität die Stellung gegen die aalglatten Außenfassaden der Hochhäuser im Bankenviertel. Da ich meiner Cousine, die den letzten Sommer in Sambia verbracht hat, einen Gutschein für einmal afrikanisch Essen zu Weihnachten geschenkt hatte und mir sicher war, dass sie ein bisschen Sommer-Sonne-Strand-Feeling genauso gut gebrauchen kann wie ich, habe ich sie einfach mitgenommen und wir sind für einige Stunden ins Herz Afrikas abgetaucht.

Willkommen „Im Herzen Afrikas“ mitten in Frankfurt.

Schon als wir vor dem Restaurant ankamen und ich die strohbedeckten Sonnenschirme mit kleinen weißen Hauben entdeckte, wusste ich: Drinnen wird dem Schnee der Kampf angesagt. Und genauso war es dann auch, als wir die Tür öffneten und durch den schweren dunkelroten Vorhang traten. Heiße afrikanische Trommel-Rhythmen empfingen uns, der Sand auf dem Boden umspielte sanft unsere schneegeplagten Füße und ließ uns wie auf Wolken gehen.

Überall konnte ich versteckte Sitzgelegenheiten erspähen: eine Ecke, in der man in kleiner Runde auf Kissen im Sand sitzend die familiäre Atmosphäre genießen kann, ein Karren, rustikal und unkonventionell zum Sitzen umfunktioniert, ein schwerer Holztisch mit kleinen Stühlen direkt neben der Bar und ein Hochbett aus unbehandelten Ästen mit einer wohlig-weichen Matratze gepolstert. Zum Glück hatten wir nicht die Qual der Wahl, da es schon sehr voll war als wir ankamen und so sind wir in der Sitzecke mit den bunt bestickten Kissen gelandet, wo wir uns im Schneidersitz ruhend schon fast wie im Urlaub fühlten.

Mit den Händen essen

Die Qual der Wahl hatten wir dann aber doch noch. Exotisch klingende Gerichte, wie „Alicha“, „Keyih Kulwa“ und „Hamli“ ließen Leckeres erahnen. Und um uns von all den Gaumenfreuden möglichst viel gönnen zu können, haben wir nach langem Überlegen eine gemischte Platte mit drei verschiedenen Fleischgerichten und drei vegetarischen Gerichten gewählt. Das Faszinierendste war wohl, neben den unbekannten Geschmäcken, die unsere Zungen verwöhnten, das Essen mit den Händen. Die Speisen werden mit einem Stück Injera-Fladen hochgenommen und dann damit, ohne sich die Finger schmutzig zu machen, gegessen. Nun ja, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und nach ein wenig Übung konnte auch ich sauber und ordentlich auf afrikanische Weise essen. Und ich bin noch immer der Meinung, dass es mit Messer und Gabel wahrscheinlich nicht halb so gut geschmeckt hätte. Die Schärfe der Speisen haben wir mit einem erfrischenden Schluck Mangosaft ab und zu gelindert und unsere Platte mit zartem Lammfleisch, mild gedünsteter Paprika, knackigem Okra-Gemüse, cremigem Spinat-Tomate-Zwiebel-Brei und saftigem Hähnchenfleisch in scharfer Tomatensoße ausgiebig zelebriert.

Total Banane

Aber das Highlight folgte erst noch: die Bananencreme zum Nachtisch. Und nein, nicht „eine Bananencreme“, sondern „DIE Bananencreme“, denn sie ist einfach göttlich – selbst wenn der Magen nach einer ganzen Platte schon vollkommen gesättigt ist, man muss sie probieren, da führt kein Weg dran vorbei. Eine luftig-leichte Creme, die auf der Zunge zergeht und mir einen Hauch von sonnengereiften Bananen, frisch geschlagener Sahne und der Süße von Honig auf die Geschmacksnerven gezaubert hat. Übersättigt, zufrieden und vollkommen entspannt bin ich danach noch eine Weile in der Ecke sitzen geblieben und habe mit meiner Cousine in sonnig-warmen Erinnerungen geschwelgt. Doch bevor wir uns nach drei Stunden wieder in die eisige März-Kälte hinausbegeben mussten, habe ich mir noch eine Bananencreme to go verpacken lassen – mit der Absicht auch am nächsten Tag, wenn die heißen Trommel-Rhythmen und Fußabdrücke im feinen Sand der Vergangenheit angehören und mich die weiße Schneedecke wieder eingeholt hat, eine kleine geschmackvolle Reise ins ferne Afrika beginnen zu können.

22/03/2013 / Karolin vom Dahl

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